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11. März 2020

Corona rettet die Welt

Statement zum Video „Corona rettet die Welt“ des Bohemian Browser Balletts:https://go.funk.net/statement-bbb (16. März 2020) Das Satire-Video „Corona rettet die Welt“ bringt funk in dieser Zeit jede Menge Kritik ein. Wir setzen uns mit den kritischen Stimmen intensiv auseinander und versuchen eine möglichst adäquate Reaktion zu finden. Wir wollen erklären, wie es zu diesem Video kam und welche Probleme sich auch im Kontext dieses Videos ergeben haben. Vor jedem Argument soll aber an dieser Stelle ganz klar eine Entschuldigung stehen: Es war nie unsere Absicht oder auch die Absicht des Bohemian Browser Balletts, alte Menschen zu diskriminieren oder zu beleidigen. Deshalb wollen wir gerne, wie es auch das Team des Bohemian Browser Balletts bereits getan hat, uns bei allen entschuldigen, die sich durch das Video verletzt gefühlt haben. Hiermit sprechen wir auch für den rbb, der die Videos des Bohemian Browser Balletts redaktionell betreut. Das Bohemian Browser Ballett ist ein Satire-Format von funk. Satire geht häufig an die Grenzen. Das Bohemian Browser Ballett tut das seit Jahren und wurde dafür zum Beispiel schon mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet. Ein sich wiederholendes Stil-Element bei Videos des Bohemian Browser Balletts ist, dass radikale Positionen persiflierend eingenommen werden. So fordert der Kanal zum Beispiel im Video „50 geile Jahre – Die lange Abrissparty“ (https://youtu.be/d3R1d3e2sQY) dazu auf, die Umwelt noch einmal so richtig zu zerstören und dann den Planeten in die Luft zu jagen. Das Video „Impfgegner-Kita“ (https://youtu.be/d3R1d3e2sQY) ist die Persiflage einer Werbung für eine Kita, in der Kinder nicht geimpft werden müssen. Das Bohemian Browser Ballett ist ein Format, dass immer nach allen Seiten austeilt, nach links wie rechts. Das zeigen Videos wie „Plötzlich Nazi“ (https://youtu.be/N32kDflo0AM) oder auch „Feindbild Politiker: Eine Bürgermeisterin schlägt zurück!“ (https://youtu.be/_n7tjbRDthE). Tatsächlich kann man das aktuell kritisierte Video in diese Art der Satire einreihen. Die Perspektive eines radikalen Umweltschützers wird satirisch-persiflierend eingenommen und dabei werden auch die Probleme einer solchen Position deutlich, die ja bis zum Ende gedacht zur Selbstabschaffung der Menschen führen müsste. Tatsächlich wird aus dieser Rolle heraus im Video gesprochen und wir vermuten, dass dies, wie bei den anderen hier genannten Videos, jenseits von Krisenzeiten auch verstanden worden wäre, selbst von Menschen, die diese Art von – zugegebenermaßen schwarzem – Humor vielleicht nicht besonders lustig oder geschmackvoll gefunden hätten. Nun befinden wir uns seit ein paar Tagen in einer weltweiten Krise, die dazu führt, dass um uns herum Dinge passieren, die wir bisher nur aus Filmen und Romanen kennen. In dieser Situation, in der auf einmal so vieles, was man nie erwartet hätte, Realität wird, scheint es manchen auch möglich, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich über den Tod alter Menschen freut. Das erschreckt und beunruhigt uns, auch weil wir uns nicht sicher sind, ob wir nicht von manchen absichtlich missverstanden wurden. Wir sehen es aber auch als unseren Fehler, dass wir diese Reaktion nicht vorausgesehen haben. Das kritisierte Video wurde quasi an einem der Kipppunkte der Corona-Krise veröffentlicht. Wir haben bei funk intensiv über das weitere Vorgehen diskutiert und folgende Maßnahmen ergriffen: - Wir werden das Video nicht aktiv weiter streuen. Ein Posting auf unseren eigenen Präsenzen wird genauso wenig erfolgen wie das Crossposting auf anderen funk-Kanälen. - Wir werden das Video weiter im Netz lassen, denn gerade wegen der kritischen Diskussion, die sich rund um das Video aufgebaut hat, ist es uns wichtig, es als Dokument, auf dessen Basis sich die Öffentlichkeit eine eigene Meinung bilden kann, stehen zu lassen. Auch die Diskussionen und die kritischen Bemerkungen in den Kommentaren wollen wir nicht einfach depublizieren. - Wir werden das Video kontextualisieren. Auch wenn es immer seltsam ist, Humor erklären zu müssen, wenn es in einer Krisensituation zu so weitreichenden Missverständnissen kommt, dann müssen wir das tun. Das Bohemian Browser Ballett hat schon gestern dazu ein Statement veröffentlicht. Wir werden diesen Kontext auf allen Kanälen einfügen. Und nun zur schwierigsten Frage: Sollen wir in und um die Corona-Krise herum wirklich weiter Satire machen? Ja, wir haben selbst darüber diskutiert. Auch wenn das kritisierte Videos zeigt, was in der aktuellen Zeit beim Verständnis von Satire alles schief gehen kann: Wir brauchen auch Humor um diese Krise zu meistern! Wir sind überzeugt: Kunst kann helfen, diese Zeiten durchzustehen und deshalb stellen wir uns hinter die Künstler*innen, selbst wenn sie in diesen Zeiten mehr Gefahr denn je laufen, den Ton nicht richtig zu treffen oder aber, missinterpretiert zu werden. Die Erfahrungen, die wir gerade machen, helfen uns, hier besser zu werden.

Browser Ballett

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Chirurgen mit Visionen gehen zu „Ärzte ohne Grenzen“, junge Intellektuelle mit Humor zu den Gag- & Satire-Autoren um Schlecky Silberstein.

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11. März 2020

Corona rettet die Welt

Statement zum Video „Corona rettet die Welt“ des Bohemian Browser Balletts:https://go.funk.net/statement-bbb (16. März 2020) Das Satire-Video „Corona rettet die Welt“ bringt funk in dieser Zeit jede Menge Kritik ein. Wir setzen uns mit den kritischen Stimmen intensiv auseinander und versuchen eine möglichst adäquate Reaktion zu finden. Wir wollen erklären, wie es zu diesem Video kam und welche Probleme sich auch im Kontext dieses Videos ergeben haben. Vor jedem Argument soll aber an dieser Stelle ganz klar eine Entschuldigung stehen: Es war nie unsere Absicht oder auch die Absicht des Bohemian Browser Balletts, alte Menschen zu diskriminieren oder zu beleidigen. Deshalb wollen wir gerne, wie es auch das Team des Bohemian Browser Balletts bereits getan hat, uns bei allen entschuldigen, die sich durch das Video verletzt gefühlt haben. Hiermit sprechen wir auch für den rbb, der die Videos des Bohemian Browser Balletts redaktionell betreut. Das Bohemian Browser Ballett ist ein Satire-Format von funk. Satire geht häufig an die Grenzen. Das Bohemian Browser Ballett tut das seit Jahren und wurde dafür zum Beispiel schon mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet. Ein sich wiederholendes Stil-Element bei Videos des Bohemian Browser Balletts ist, dass radikale Positionen persiflierend eingenommen werden. So fordert der Kanal zum Beispiel im Video „50 geile Jahre – Die lange Abrissparty“ (https://youtu.be/d3R1d3e2sQY) dazu auf, die Umwelt noch einmal so richtig zu zerstören und dann den Planeten in die Luft zu jagen. Das Video „Impfgegner-Kita“ (https://youtu.be/d3R1d3e2sQY) ist die Persiflage einer Werbung für eine Kita, in der Kinder nicht geimpft werden müssen. Das Bohemian Browser Ballett ist ein Format, dass immer nach allen Seiten austeilt, nach links wie rechts. Das zeigen Videos wie „Plötzlich Nazi“ (https://youtu.be/N32kDflo0AM) oder auch „Feindbild Politiker: Eine Bürgermeisterin schlägt zurück!“ (https://youtu.be/_n7tjbRDthE). Tatsächlich kann man das aktuell kritisierte Video in diese Art der Satire einreihen. Die Perspektive eines radikalen Umweltschützers wird satirisch-persiflierend eingenommen und dabei werden auch die Probleme einer solchen Position deutlich, die ja bis zum Ende gedacht zur Selbstabschaffung der Menschen führen müsste. Tatsächlich wird aus dieser Rolle heraus im Video gesprochen und wir vermuten, dass dies, wie bei den anderen hier genannten Videos, jenseits von Krisenzeiten auch verstanden worden wäre, selbst von Menschen, die diese Art von – zugegebenermaßen schwarzem – Humor vielleicht nicht besonders lustig oder geschmackvoll gefunden hätten. Nun befinden wir uns seit ein paar Tagen in einer weltweiten Krise, die dazu führt, dass um uns herum Dinge passieren, die wir bisher nur aus Filmen und Romanen kennen. In dieser Situation, in der auf einmal so vieles, was man nie erwartet hätte, Realität wird, scheint es manchen auch möglich, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich über den Tod alter Menschen freut. Das erschreckt und beunruhigt uns, auch weil wir uns nicht sicher sind, ob wir nicht von manchen absichtlich missverstanden wurden. Wir sehen es aber auch als unseren Fehler, dass wir diese Reaktion nicht vorausgesehen haben. Das kritisierte Video wurde quasi an einem der Kipppunkte der Corona-Krise veröffentlicht. Wir haben bei funk intensiv über das weitere Vorgehen diskutiert und folgende Maßnahmen ergriffen: - Wir werden das Video nicht aktiv weiter streuen. Ein Posting auf unseren eigenen Präsenzen wird genauso wenig erfolgen wie das Crossposting auf anderen funk-Kanälen. - Wir werden das Video weiter im Netz lassen, denn gerade wegen der kritischen Diskussion, die sich rund um das Video aufgebaut hat, ist es uns wichtig, es als Dokument, auf dessen Basis sich die Öffentlichkeit eine eigene Meinung bilden kann, stehen zu lassen. Auch die Diskussionen und die kritischen Bemerkungen in den Kommentaren wollen wir nicht einfach depublizieren. - Wir werden das Video kontextualisieren. Auch wenn es immer seltsam ist, Humor erklären zu müssen, wenn es in einer Krisensituation zu so weitreichenden Missverständnissen kommt, dann müssen wir das tun. Das Bohemian Browser Ballett hat schon gestern dazu ein Statement veröffentlicht. Wir werden diesen Kontext auf allen Kanälen einfügen. Und nun zur schwierigsten Frage: Sollen wir in und um die Corona-Krise herum wirklich weiter Satire machen? Ja, wir haben selbst darüber diskutiert. Auch wenn das kritisierte Videos zeigt, was in der aktuellen Zeit beim Verständnis von Satire alles schief gehen kann: Wir brauchen auch Humor um diese Krise zu meistern! Wir sind überzeugt: Kunst kann helfen, diese Zeiten durchzustehen und deshalb stellen wir uns hinter die Künstler*innen, selbst wenn sie in diesen Zeiten mehr Gefahr denn je laufen, den Ton nicht richtig zu treffen oder aber, missinterpretiert zu werden. Die Erfahrungen, die wir gerade machen, helfen uns, hier besser zu werden.

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