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3. Oktober 2019

DGS | Blutspende: Warum ich kein Leben retten darf | Auf Klo

Marcel hatte sich gerade frisch geoutet als er, wie viele Nachbarn in seinem Heimatdorf, zu Weihnachten mit seiner Familie zum Blutspenden ging. Zum ersten Mal kreuzte er im Formular an, dass er Sex mit einem Mann hatte. Damit war sein Blut disqualifiziert. Das war vor zehn Jahren. Auch heute würde seine Blutspende nicht angenommen werden: Männer, die Sex mit Männern haben, dürfen erst Blutspenden, wenn sie ein Jahr lang keinen sexuellen Kontakt hatten. So gibt es das Transfusionsgesetz vor, das homo- und bisexuelle Männer aufgrund hoher HIV-Ansteckungsgefahr als Risikogruppe einstuft. Marcel hat die seltene Blutgruppe 0 Rhesus Negativ. Er ist Universalspender, sein Blut könnte jeden retten. Marcel setzt sich dafür ein, dass die Bedingungen für Blutspenden für schwule und bisexuelle Männer geändert werden. Für ihn ist es ein Kampf gegen Pauschalisierung und Diskriminierung, und auch ein sehr persönlicher. Sein Vater hat die gleiche seltene Blutgruppe, darf aber nun nicht mehr spenden, weil er an Diabetes erkrankt ist. Für Marcel ist das ein zusätzlicher Ansporn, gegen die gesetzlichen Richtlinien zu kämpfen. Vor allem möchte er darüber aufklären. Als Mr. Gay Germany 2019 nutzt Marcel die Aufmerksamkeit für seine Kampagne #Blutsbruder. Er möchte die Rahmenbedingungen bei der Blutspende, die für ihn absurd und an der Lebenswirklichkeit vorbei gedacht sind, ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Für das Thema schafft er auch auf seinem Instagramkanal Bewusstsein. Durch seine internationalen Follower hat er erfahren, wie die Blutspende-Bedingungen in anderen Ländern sind. In vielen EU-Ländern werden Spender unabhängig von ihrer Sexualität bei der Blutspende nach ihrem Sex-Verhalten befragt, etwa in Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal. Das wünscht sich Marcel auch für Deutschland. Bis 2017 waren homosexuelle und bisexuelle Männer in Deutschland völlig von der Blutspende ausgeschlossen. Das galt unter anderem auch für männliche und weibliche Prostituierte, sowie für Heterosexuelle mit häufig wechselnden Sexpartnern. Die Bundesärztekammer überarbeitete zusammen mit dem Paul Ehrlich Institut diese Richtlinie: Seit August 2017 sind in Deutschland auch homosexuelle Männer (MSM) zur Blutspende zugelassen – allerdings erst, wenn sie zwölf Monate lang keinen Sex hatten. Die neue Richtlinie ist für die Blutspendedienste bindend und beruht im Prinzip auf Vertrauen. Spender müssen vor jeder Blutspende einen Fragebogen ausfüllen. Für Marcel ist es keine Option, seine Sexualität zu leugnen. Er möchte, dass sein Blut gewollt wird. Nach den gesetzlichen Vorgaben wären in Deutschland 33% der Bevölkerung zur Blutspende zugelassen, es spenden derzeit jedoch nur 3% Blut. Redaktion und Regie: Marie Kamprath Moderation: Lisa Sophie Laurent Kamera: Axel Ehrlicher Ton: Weiju Shen Schnitt: Katharina Frucht Gebärdendolmetscher: Woldemar Rollhäuser #AufKlo Zwei Menschen. Eine Klokabine. Und endlich mal Zeit, über die wichtigen Dinge des Lebens zu sprechen: Über Mode und Menstruation. Über das erste Mal und über Schokokuchen. Über dicke Körper und Schmalspurrapper. Wir begeben uns ins Dazwischen, lieben und leben den Bruch. Folgt uns auf …Facebook: https://www.facebook.com/aufklo ...Instagram: https://www.instagram.com/aufklo ...Twitter: https://twitter.com/auf_klo YEAH! Wir gehören auch zu #funk. Schaut' da mal rein:YouTube: https://youtube.com/funkofficial Web-App: https://go.funk.netFacebook: https://facebook.com/funk

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Hier ist Gebärdensprache angesagt: Spannende Themen aus der Deaf Community und täglich ein Video aus dem funk-Kosmos - übersetzt in DGS.

3. Oktober 2019

DGS | Blutspende: Warum ich kein Leben retten darf | Auf Klo

Marcel hatte sich gerade frisch geoutet als er, wie viele Nachbarn in seinem Heimatdorf, zu Weihnachten mit seiner Familie zum Blutspenden ging. Zum ersten Mal kreuzte er im Formular an, dass er Sex mit einem Mann hatte. Damit war sein Blut disqualifiziert. Das war vor zehn Jahren. Auch heute würde seine Blutspende nicht angenommen werden: Männer, die Sex mit Männern haben, dürfen erst Blutspenden, wenn sie ein Jahr lang keinen sexuellen Kontakt hatten. So gibt es das Transfusionsgesetz vor, das homo- und bisexuelle Männer aufgrund hoher HIV-Ansteckungsgefahr als Risikogruppe einstuft. Marcel hat die seltene Blutgruppe 0 Rhesus Negativ. Er ist Universalspender, sein Blut könnte jeden retten. Marcel setzt sich dafür ein, dass die Bedingungen für Blutspenden für schwule und bisexuelle Männer geändert werden. Für ihn ist es ein Kampf gegen Pauschalisierung und Diskriminierung, und auch ein sehr persönlicher. Sein Vater hat die gleiche seltene Blutgruppe, darf aber nun nicht mehr spenden, weil er an Diabetes erkrankt ist. Für Marcel ist das ein zusätzlicher Ansporn, gegen die gesetzlichen Richtlinien zu kämpfen. Vor allem möchte er darüber aufklären. Als Mr. Gay Germany 2019 nutzt Marcel die Aufmerksamkeit für seine Kampagne #Blutsbruder. Er möchte die Rahmenbedingungen bei der Blutspende, die für ihn absurd und an der Lebenswirklichkeit vorbei gedacht sind, ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Für das Thema schafft er auch auf seinem Instagramkanal Bewusstsein. Durch seine internationalen Follower hat er erfahren, wie die Blutspende-Bedingungen in anderen Ländern sind. In vielen EU-Ländern werden Spender unabhängig von ihrer Sexualität bei der Blutspende nach ihrem Sex-Verhalten befragt, etwa in Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal. Das wünscht sich Marcel auch für Deutschland. Bis 2017 waren homosexuelle und bisexuelle Männer in Deutschland völlig von der Blutspende ausgeschlossen. Das galt unter anderem auch für männliche und weibliche Prostituierte, sowie für Heterosexuelle mit häufig wechselnden Sexpartnern. Die Bundesärztekammer überarbeitete zusammen mit dem Paul Ehrlich Institut diese Richtlinie: Seit August 2017 sind in Deutschland auch homosexuelle Männer (MSM) zur Blutspende zugelassen – allerdings erst, wenn sie zwölf Monate lang keinen Sex hatten. Die neue Richtlinie ist für die Blutspendedienste bindend und beruht im Prinzip auf Vertrauen. Spender müssen vor jeder Blutspende einen Fragebogen ausfüllen. Für Marcel ist es keine Option, seine Sexualität zu leugnen. Er möchte, dass sein Blut gewollt wird. Nach den gesetzlichen Vorgaben wären in Deutschland 33% der Bevölkerung zur Blutspende zugelassen, es spenden derzeit jedoch nur 3% Blut. Redaktion und Regie: Marie Kamprath Moderation: Lisa Sophie Laurent Kamera: Axel Ehrlicher Ton: Weiju Shen Schnitt: Katharina Frucht Gebärdendolmetscher: Woldemar Rollhäuser #AufKlo Zwei Menschen. Eine Klokabine. Und endlich mal Zeit, über die wichtigen Dinge des Lebens zu sprechen: Über Mode und Menstruation. Über das erste Mal und über Schokokuchen. Über dicke Körper und Schmalspurrapper. Wir begeben uns ins Dazwischen, lieben und leben den Bruch. Folgt uns auf …Facebook: https://www.facebook.com/aufklo ...Instagram: https://www.instagram.com/aufklo ...Twitter: https://twitter.com/auf_klo YEAH! Wir gehören auch zu #funk. Schaut' da mal rein:YouTube: https://youtube.com/funkofficial Web-App: https://go.funk.netFacebook: https://facebook.com/funk

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