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5. Februar 2019

7 Fragen an eine intergeschlechtliche Person | Auf Klo

Audrey ist intergeschlechtlich. Intergeschlechtlichkeit bedeutet, dass das biologische Geschlecht eine Variation aus männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen ist. Das ist ganz normal und wäre kein Problem. Schon vor oder bei der Geburt werden Menschen meistens anhand ihrer Genitalien als Mädchen oder Junge eingeordnet. Für die körperlichen Geschlechtsmerkmale sind aber nicht nur die Genitalien relevant. Sondern unter anderem auch Chromosomen, Hormone und Keimdrüsen. Ein Mensch mit XX-Chromosomen, Vagina, Eierstöcken und überwiegend Östrogen gilt als weiblich. Ein Mensch mit XY-Chromosomen, Penis, Hoden und überwiegend Testosteron gilt als männlich. Sind bei einem Menschen manche dieser Ebenen männlich und andere weiblich, oder andersherum, gilt er als “intergeschlechtlich”. Intergeschlechtliche Menschen werden also mit Variationen der biologisch Geschlechtsmerkmale geboren. Leider gibt es viele Vorurteile und Missverständnisse über Intergeschlechtlichkeit. Auch viele Ärzt*innen sind falsch über Intergeschlechtlichkeit informiert und denken, Intergeschlechtlichkeit sei eine Störung, die behandelt werden muss. Das stimmt nicht. An intergeschlechtlichen Körpern ist nichts krank oder falsch und sie haben auch kein „uneindeutiges“ Geschlecht: Sie sind eindeutig intergeschlechtlich. Mit acht Jahren musste Audrey in das Krankenhaus, weil ihre Hoden operativ entfernt wurden. Die OP brachte ihren Körper völlig aus dem Gleichgewicht. Und es blieb nicht bei einer Operation. Audrey musste über 100 Eingriffe unter Vollnarkose über sich ergehen lassen und nimmt bis heute deshalb Medikamente. Heute weiß Audrey, dass Intergeschlechtlichkeit keine Krankheit ist. Historisch wurde der Begriff ‚intersexuell‘ im Sinne einer Störung oder Krankheit benutzt, die durch medizinische Eingriffe ‚repariert’ werden müsse. Deshalb und weil Intersexualität oft mit Transsexualität, also der Geschlechtsidentität verwechselt wird, ist es vielen intergeschlechtlichen Menschen lieber, den Begriff “intersexuell” nicht zu benutzen und stattdessen “intergeschlechtlich” zu sagen. Hier findet ihr - den Verein, den Audrey gegründet hat: www.inter-action-suisse.ch - Audreys YouTube-Kanal: https://bit.ly/2Ww7Unq - Audreys Instagram-Kanal: Audr_xy_ Mehr Informationen zu Intergeschlechtlichkeit: - https://oiigermany.org/wp-content/uploads/2017/02/COHR_DE_INTER.pdf - https://www.amnesty.de/sites/default/files/2018-06/Amnesty-Bericht-Intergeschlechtlichkeit-Deutschland-Daenemark-Mai2017.pdf

Auf Klo

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7 Fragen an eine intergeschlechtliche Person | Auf Klo

Audrey ist intergeschlechtlich. Intergeschlechtlichkeit bedeutet, dass das biologische Geschlecht eine Variation aus männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen ist. Das ist ganz normal und wäre kein Problem. Schon vor oder bei der Geburt werden Menschen meistens anhand ihrer Genitalien als Mädchen oder Junge eingeordnet. Für die körperlichen Geschlechtsmerkmale sind aber nicht nur die Genitalien relevant. Sondern unter anderem auch Chromosomen, Hormone und Keimdrüsen. Ein Mensch mit XX-Chromosomen, Vagina, Eierstöcken und überwiegend Östrogen gilt als weiblich. Ein Mensch mit XY-Chromosomen, Penis, Hoden und überwiegend Testosteron gilt als männlich. Sind bei einem Menschen manche dieser Ebenen männlich und andere weiblich, oder andersherum, gilt er als “intergeschlechtlich”. Intergeschlechtliche Menschen werden also mit Variationen der biologisch Geschlechtsmerkmale geboren. Leider gibt es viele Vorurteile und Missverständnisse über Intergeschlechtlichkeit. Auch viele Ärzt*innen sind falsch über Intergeschlechtlichkeit informiert und denken, Intergeschlechtlichkeit sei eine Störung, die behandelt werden muss. Das stimmt nicht. An intergeschlechtlichen Körpern ist nichts krank oder falsch und sie haben auch kein „uneindeutiges“ Geschlecht: Sie sind eindeutig intergeschlechtlich. Mit acht Jahren musste Audrey in das Krankenhaus, weil ihre Hoden operativ entfernt wurden. Die OP brachte ihren Körper völlig aus dem Gleichgewicht. Und es blieb nicht bei einer Operation. Audrey musste über 100 Eingriffe unter Vollnarkose über sich ergehen lassen und nimmt bis heute deshalb Medikamente. Heute weiß Audrey, dass Intergeschlechtlichkeit keine Krankheit ist. Historisch wurde der Begriff ‚intersexuell‘ im Sinne einer Störung oder Krankheit benutzt, die durch medizinische Eingriffe ‚repariert’ werden müsse. Deshalb und weil Intersexualität oft mit Transsexualität, also der Geschlechtsidentität verwechselt wird, ist es vielen intergeschlechtlichen Menschen lieber, den Begriff “intersexuell” nicht zu benutzen und stattdessen “intergeschlechtlich” zu sagen. Hier findet ihr - den Verein, den Audrey gegründet hat: www.inter-action-suisse.ch - Audreys YouTube-Kanal: https://bit.ly/2Ww7Unq - Audreys Instagram-Kanal: Audr_xy_ Mehr Informationen zu Intergeschlechtlichkeit: - https://oiigermany.org/wp-content/uploads/2017/02/COHR_DE_INTER.pdf - https://www.amnesty.de/sites/default/files/2018-06/Amnesty-Bericht-Intergeschlechtlichkeit-Deutschland-Daenemark-Mai2017.pdf

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vor 10 Monaten12:54

Triggerwarnung: Wurdest du schon mal sexuell belästigt? I Auf Klo

Das ist die letzte Folge unser 2. Staffel 100 Menschen - 1 Frage. Und diesmal mit der wohl schwierigsten Frage, die wir in unserem Dixi bis jetzt gestellt haben: Wurdest du schon mal sexuell belästigt? Diese Frage tut weh. Vor und hinter der Kamera. Weil die Frage von den meisten mit Ja beantwortet wird. Weil vor allem Frauen und marginalisierte Menschen von sexueller Belästigung und Gewalt betroffen sind. Und das tagtäglich. Zu Hause, bei der Arbeit, in der Bahn, beim Sport, auf der Straße - überall. Schreibt gerne in die Kommentare, welche Erfahrungen ihr mit diesem Thema gemacht habt. Und seid bitte respektvoll in der Kommentarspalte! Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt. Eine Studie aus 2019 der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat veröffentlicht, dass jede Elfte erwerbstätige Person in den vergangenen drei Jahren sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz erlebt hat. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Wenn du oder eine Person, die dir nahe steht Hilfe braucht, dann gibt es hier ein paar Hilfsangebote: Hilfe-Telefon sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530 https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite Wenn du dich auf dem Nachhauseweg nicht sicher fühlst, check das hier mal aus: https://www.instagram.com/violawalkhome/ https://www.violawalkhome.com/ Quellen: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/haeusliche-gewalt/formen-der-gewalt-erkennen-80642 https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/aktuelles/DE/2019/20191025_PK_Studie_Sexuelle_Belaestigung.html Danke an alle Menschen, die an diesem Format teilgenommen und ihre Geschichten mit uns geteilt haben! Das Auf Klo-Team hinter dem Dixi 🧻 Regie: Annika Prigge, Denise Ott Redaktion: Sarah Schneider, Dimitri S., Josefine Schneider, Hanane Oubari, Sophie Eder, Denise Ott, Hannah Ackermann, Marissa Boll Produktionsleitung: Maximilian Widrinsky, Oliver Hampe, Steve Bülow Kamera: Julia Geiß, Anna Motzel Ton: Azadeh Zandieh Schnitt: Selina Gemmerich, Leo Düsterwald Grafik: Julia Habich Setdesign: Stefanie Probst & Team