Stellungnahme von Youtube
Unter dem Titel “DarkTube” setzen sich unterschiedliche Kanäle aus dem funk-Netzwerk kritisch mit YouTube auseinander. Vorab wurden Fragen versendet. Die Stellungnahme auf die Fragen von Pocket Money vom 17.10.2019 findet ihr hier:
funk: Wer entscheidet über die Richtlinien für werbefreundliche Inhalte? Die Werbetreibenden, YouTube oder beide zusammen?
Unter den Richtlinien für werbefreundliche Inhalte heißt es: "Unsere Richtlinien gelten für alle deine Inhalte". Wie ist es möglich, einheitliche Standards festzulegen, die für alle Werbetreibenden gleichermaßen passen? Die Zielgruppen unterscheiden sich doch von Produkt zu Produkt ganz deutlich (z.B. kontroverse Inhalte).
Wie unterscheiden sich die Richtlinien für werbefreundliche Inhalte von den Community-Richtlinien? Wieso gibt es diese Unterscheidung überhaupt?
Wie wird in der Praxis kontrolliert, ob ein Inhalt werbefreundlich ist?
YouTube: Damit Werbeanzeigen vor einem Video erscheinen, müssen die Inhalte des Videos unseren Richtlinien für werbefreundliche Inhalte entsprechen. Diese setzen einen höheren Standard als die regulären (Community-)Richtlinien - nicht alle Inhalte, die auf unserer Plattform erlaubt sind, eignen sich auch als Werbeumfeld für Marken.
Wir haben strikte Richtlinien, die bestimmen, bei welcher Art von Inhalt Werbeanzeigen eingeblendet werden. Wenn wir über ein Video oder einen Kanal informiert werden, der gegen diese Richtlinien verstößt, ergreifen wir umgehend entsprechende Maßnahmen.
Selbst wenn ein Video oder Kanal nicht gegen unsere Richtlinien verstößt, verstehen wir, dass Marken ihre Werbung nicht vor bestimmten Inhalten platzieren wollen. Deswegen geben wir Werbetreibenden die Möglichkeit, bestimmte Kategorien von Inhalten oder Kanäle auszuschließen.
Wir haben in enger Zusammenarbeit mit unseren Werbekunden die Einstellungen für auszuschließende Inhalte in Videokampagnen vereinfacht. Hoch kontroverse Inhalte werden nun automatisch ausgeschlossen. Zusätzlich haben die Werbetreibenden mehr Kontrolle darüber, in welchen Inhalten ihre Anzeigen ausgeliefert werden und werden darüber informiert, wie sich die jeweils ausgeschlossenen Inhalte auf ihre Reichweite auswirken können.
Diese Support-Seite enthält alle Informationen zum “Targeting mit Markensicherheit” und beschreibt die Kategorien für sensible Inhalte, nach denen Marken ihr Inventar filtern können. Mithilfe des “Targetings mit Markensicherheit” können Werbetreibende sicherstellen, dass sie nur Inventar kaufen, das ihre Anforderungen an die Markensicherheit erfüllt oder übertrifft.
Zusätzlich konzentrieren wir uns darauf, noch mehr Transparenz für Werbekunden zu schaffen, wo ihre Anzeigen platziert werden. In Beta-Test mit Integral Ad Science und Double Verify konnten wir Erfolgsraten von über 99 Prozent verzeichnen, sowohl bei Auktionen als auch Reservierungen inklusive Google Preferred Inhalten. Integral Ad Science und Double Verify sind seit Dezember 2018 für YouTube Kampagnen verfügbar.
funk: Werden nicht-monetarisierte Inhalte weniger vorgeschlagen?
YouTube: Grundsätzlich gilt: Der Monetarisierungsstatus spielt bei Empfehlungen sowie in den Systemen für die Suche und Auffindbarkeit keine Rolle. Diese sind zwei voneinander getrennte Systeme.
Die Monetarisierung auf der einen als auch die Suche & Auffindbarkeitauf der anderen Seitesind zwei unterschiedliche Systeme, die beide unabhängig voneinander laufen und sich nicht gegenseitig beeinflussen. Beide Systeme verwenden eine Vielzahl an Signalen, die einen Einfluss auf die Performance eines Videos haben. Obwohl diese Systeme getrennt voneinander sind, verwenden beide einige der gleichen Signale, die sich auf Video-Performance auswirken können.
Zum Beispiel: Monetarisierung: Videos mit einer Inhaltseinstufung sind möglicherweise nicht für alle Marken geeignet und werden daher nicht vollends vermarktet.
Suche und Auffindbarkeit: Ähnliches gilt für Videos mit nicht-jugendfreien Inhalten. Diese werden nicht an ein breites Publikum empfohlen und erreichen daher auch ihre maximale Reichweite nicht.
Nur weil ein Video mit einer Inhaltseinstufung versehen ist, bedeutet das nicht, dass es automatisch einen negativen Einfluss auf die Reichweite an sich an. Auch wenn ein Video nicht dem gesamten weltweiten YouTube-Publikum empfohlen wird, kann es dennoch erfolgreich sein.
funk: Wir haben mit verschiedenen YouTubern gesprochen. Diese haben das Gefühl, dass besonders LGBTQ+ Themen demonetarisiert werden. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?
YouTube: Wie in unseren Richtlinien für werbefreundliche Inhalte erklärt, haben wir klare Regeln, welche Inhalte monetarisiert werden können und welche nicht.
YouTube hat keine Vorurteile gegenüber LGBTQ+-Creator - unsere Richtlinien und Systeme betrachten nicht die Creator, sondern die Inhalte der Videos selbst.
YouTube-Kanäle weisen eine Vielzahl an unterschiedlichen Videos auf, die ein breit gefächertes Spektrum an Inhalten abdecken - einige davon sind möglicherweise nicht für Werbezwecke geeignet. In diesem Fall entfernen wir Anzeigen aus den Videos, die nicht unseren Richtlinien für werbefreundliche Inhalte entsprechen, während bei anderen konformen Videos weiterhin Anzeigen erscheinen.
Es gibt keine Liste von Schlagwörtern, die eine Monetarisierung automatisch verhindern. Unsere Systeme basieren auf vielen unterschiedlichen Signalen.
Wir prüfen unsere Systeme kontinuierlich, um sicherzustellen, dass sie unsere Richtlinien vorurteilsfrei widerspiegeln. Jedes Mal, wenn wir Änderungen an unserem Monetarisierungssystem vornehmen, testen wir stichprobenartig Videos von LGBTQ+-Creator gegenüber Videos aus dem gesamten YouTube-Korpus, um sicherzustellen, dass die LGBTQ+-Videos nicht häufiger demonetarisiert werden als andere Videos.
Darüber hinaus durchläuft unser Team, das manuelle Überprüfungen von entsprechenden Videos durchführt, ein umfangreiches Training, um zu verstehen, wie es die Richtlinien für Werbeinhalte anwenden soll. Wir wissen, dass diese Überprüfungen für die Creator und ihre Einnahmen wichtig sind, und deshalb sind wir bestrebt, so viele Videos wie möglich und so schnell wie möglich zu überprüfen.
Wenn LGBTQ+-Creator in der Vergangenheit Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von LGBTQ+-bezogenen Begriffen in Videotiteln geäußert haben, haben wir unsere Systeme aktiv überprüft. Unsere Überprüfungen haben gezeigt, dass unser Klassifizierungssystem für die Monetarisierung unseren Richtlinien vollends entsprechen und dass die Verwendung solcher Begriffe nicht dazu führt, dass Videos im Vergleich zu anderen unberechtigterweise nicht monetarisiert werden.
In fast allen Fällen, in denen Creator Bedenken äußerten, wurden nur eine Handvoll von Videos als unangemessen gemeldet, während Hunderte von anderen Videos auf ihrem Kanal weiterhin monetarisiert wurden. So eine Quote stimmt mit dem Durchschnitt bei anderen Creator auf unserer Plattform überein.





