Quellen: Rente: SO wird unsere Generation verars**t!
Quellen
Stellungnahmen
BMF - E-Mail an die Redaktion vom 21.03.24
Inwiefern kann das Generationenkapital eine Deckelung des Rentenbeitrags bei 22,3% garantieren? Experten gehen von einem Beitragssatz von 25% im Jahr 2060 aus.
„Das Generationenkapital bildet einen Kapitalstock, der langfristig und breit diversifiziert angelegt wird. So werden durch Rendite, Zins und Zinseszins Erträge gebildet und angehäuft. Ab Mitte der 2030er werden diese Erträge stückweise und jährlich an die gesetzliche Rentenversicherung ausgezahlt, in Höhe von durchschnittlich ca. 10 Mrd. Euro pro Jahr. Dadurch entsteht neben der Beitragsfinanzierung und dem Steuerzuschuss eine dritte Säule der gesetzlichen Rentenfinanzierung. Durch die Ausschüttungen wird die Finanzierungsbasis der gesetzlichen Rentenversicherung vergrößert und ein Teil des Finanzierungsbedarfs gedeckt, weshalb die Entwicklung des Beitragssatzes gedämpft werden kann.“
Inwiefern ist eine Aktienrente bzw. das Generationenkapital ihrer Ansicht nach fairer und „generationsfester“?
„Die gesetzliche Rente wird derzeit umlagefinanziert. Dies bedeutet, dass Einzahlungen der derzeitigen Beitragszahlerinnen und Beitragszahler direkt für die Leistungen der aktuellen Generation der Rentnerinnen und Rentner ausgezahlt werden. Aufgrund des demografischen Wandels werden zukünftig mehr Leistungsberechtigten weniger Einzahlende gegenüber stehen. Um gleiche Leistungen in der Zukunft zu ermöglichen, müssten im aktuellen System der reinen Umlagefinanzierung die Beiträge für die nachfolgenden Generationen immer weiter ansteigen. Dies wäre nicht generationengerecht. Mit dem Einstieg in die teilweise Kapitaldeckung der gesetzlichen Rente durch das Generationenkapital wird ein Beitrag geleistet, um die Finanzierung der gesetzlichen Rente nachhaltiger zu gestalten. Denn mit kapitalgedeckten Elementen wird die Finanzierung unabhängiger vom demografischen Wandel und so zukunftsfester und generationengerechter.“
Kritikerinnen und Kritiker sagen, dass das Anlegen von dem Kapital entweder zu gefährlich wäre, wenn es gute Renditen erzielen würde. Oder eben keine Renditen erzielen würden, wenn es sicher angelegt wird.
„Bei einer global breit diversifizierten und langfristigen Anlage können am Kapitalmarkt solide Renditen erwartet und Risiken minimiert werden. Dies zeigen sowohl empirische Studien als auch historische Betrachtungen zur langfristigen Entwicklung globaler Indizes.“
Wie bewerten Sie die Kritik, dass die Nutzung des Generationenkapitals des Bundes dazu führe, dass zukünftige Generationen mit Schulden belastet werden, die letztendlich durch Steuern beglichen werden müssen? Wird das Problem nur aufgeschoben, und profitieren spätere Generationen tatsächlich nicht vom Generationenkapital?
„Die Rente wird bereits heute über den Bundeszuschuss zur Rentenversicherung steuerfinanziert. 2023 betrug dieser Zuschuss aus Steuermitteln 111,9 Mrd. Euro, was fast einem Viertel des gesamten Bundeshaushalts entspricht. Das Generationenkapital ist gerade ein Beitrag, steuerliche Belastungen zur Finanzierung der Rente zu reduzieren. Indem kapitalgedeckte Instrumente die demografischen Risiken bei der Finanzierung der Rente dämpfen, wird eine neue zusätzliche, zukunftsfeste Finanzierungsbasis der gesetzlichen Rente geschaffen. Anstiege beim Beitragssatz und dem Steuerzuschuss fallen so geringer aus, als es im aktuellen System notwendig wäre.“
BMAS - E-Mail an die Redaktion vom 22.03.24
„Damit die Rente auch zukünftig für alle verlässlich bleibt, die heute arbeiten, sorgen wir mit der Haltelinie im Rentenpaket II dafür, dass das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fällt und entlasten gleichzeitig mit dem Generationenkapital die zukünftigen Beitragszahlerinnen und Beitragszahler. Die Rentenversicherung erhält damit eine zusätzliche Finanzierung, neben Beiträgen und Zuschüssen. Damit stellen wir sicher, dass auch die junge Generation zukünftig vom Wachstum profitiert und nicht im Vergleich zur arbeitenden Bevölkerung ärmer wird. Denn stabile Renten sind kein Luxus, sondern seit Jahrzehnten Grundlage unserer sozialen Marktwirtschaft und Garant für Stabilität und sozialen Frieden.
Es geht bei der Sicherung des Rentenniveaus nicht nur um die Interessen der Großeltern, sondern gerade auch um die Eltern und deren Kinder. Es profitieren auch die, die jetzt arbeiten. Eine sächsische Krankenschwester, heute 49 Jahre alt, geht nach unseren Vorstellungen 2040 nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente. Sie verdient heute etwa 3100 Euro brutto. Wenn wir das Rentenniveau nicht stabilisieren würden, hätte sie 1100 Euro weniger Rente pro Jahr. Es gibt deshalb keinen Grund, einen Generationenkonflikt herbeizureden.
Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind seit 2018 stabil bei 18,6 Prozent. Bei dieser Höhe wird es nach den aktuellen Vorausberechnungen bis zum Jahr 2027 bleiben. Ab 2028 gehen wir von einem Anstieg auf 20 Prozent, ab 2035 von einem Satz von 22,3 Prozent aus, der dank des Generationenkapitals dann bis 2045 stabil bleibt. Auch ohne das Rentenpaket II sähe sich die junge Generation infolge der demografischen Entwicklung steigenden Beiträgen ausgesetzt - nach unseren Berechnungen läge der Beitragssatz 2035 dann bei 21,3% - also nur einen Prozentpunkt niedriger. Das allerdings bei zugleich sinkendem Rentenniveau.
Wer hingegen ein sinkendes Rentenniveau hinnimmt, muss auch sagen, wie das kompensiert werden soll. Rentennahe Jahrgänge haben gar keine Möglichkeit dazu. Junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssten ihre zusätzliche Altersvorsorge auf eigene Kosten ausbauen. Hingegen beteiligt sich der Arbeitgeber bei den Beiträgen zur Rentenversicherung zur Hälfte.
Hinzu kommt, dass das Rentenpaket II auch finanzielle Vorsorge trifft. Mit der Finanzierung des Generationenkapitals werden für künftige Generationen keine finanziellen Belastungen geschaffen. Das Prinzip funktioniert vereinfacht wie folgt: Erträge fließen in die Rentenversicherung und entlasten den Beitragssatz, das Stiftungskapital wird dabei nicht aufgezehrt, so dass den Krediten immer Vermögenswerte gegenüberstehen. Das Generationenkapital ist unbefristet und läuft nicht zu einem künftigen Stichtag aus.
Das Fundament einer verlässlichen Rentenversicherung ist ein stabiler Arbeitsmarkt. Je mehr Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, umso stabiler ist die Rente. Deshalb müssen wir bei der Arbeits- und Fachkräftesicherung auch in Zukunft alle Register ziehen, also bei Aus- und Weiterbildung, qualifizierter Einwanderung und der Erwerbsbeteiligung von Frauen.“
SPD - E-Mail an die Redaktion vom 22.03.24
Die gesetzliche Rente sichert seit Generationen im Alter zuverlässig ab. Auch diejenigen, die jetzt ins Erwerbsleben kommen, müssen sich langfristig auf eine sichere und auskömmliche gesetzliche Rente verlassen können. Das bedeutet für uns Generationengerechtigkeit.
Mit dem Rentenpaket II wollen wir das Rentenniveau dauerhaft gesetzlich absichern auf 48 Prozent. So garantieren wir eine stabile Rente. Ohne eine gesetzliche Sicherung würde das Rentenniveau sinken und ein niedrigeres Alterseinkommen der heutigen und künftigen Rentnergenerationen zur Folge haben. Das wäre gerade gegenüber den heute jungen Beschäftigten unfair, die für ihre Beiträge weniger Rente bekommen würden.
Der Beitragssatz in der Rentenversicherung liegt seit ein paar Jahren bei 18,6 Prozent und damit so niedrig wie nie in den letzten dreißig Jahren. Zur Stabilisierung des Beitragssatzes in den kommenden Jahrzehnten wird ein Generationenkapital eingeführt. Dabei wird ein wachsender Kapitalstock weltweit und langfristig angelegt, um sukzessive zu wachsen. In den kommenden Jahrzehnten kann die gesetzliche Rente dann von diesem Kapital profitieren. Wir haben dabei sichergestellt, dass keine Beitragsgelder für das Generationenkapital eingesetzt werden.
Wie sich das Verhältnis zwischen Menschen, die Beiträge zahlen, und solchen, die Renten beziehen, verändert, hängt vor allem vom Arbeitsmarkt ab. Tatsächlich stehen wir heute deutlich besser da, als vor wenigen Jahren noch vorausgesagt. Wir haben heute so viele Beschäftigte, und damit Beitragszahlende, wie noch nie zuvor. Daher ist die gesetzliche Rentenversicherung auch weiterhin gut aufgestellt: Als Helmut Kohl Bundeskanzler war, lag der Beitragssatz über 20 Prozent – heute liegt er stabil seit 2018 bei 18,6 Prozent. Die bereits Anfang der 2000er Jahre festgelegten Beitragssatzobergrenzen von 20 Prozent bis 2020 und 22 Prozent bis 2030 werden auch zukünftig deutlich unterschritten. Die jetzigen und kommenden Beitragszahlenden können sich darauf verlassen, dass sie nicht überfordert werden.
FDP: E-Mail an die Redaktion vom 22.03.24
Der demografische Wandel stellt das deutsche Rentensystem vor erhebliche Herausforderungen. Um diesen zu begegnen, ist ein breites Spektrum unterschiedlicher Maßnahmen notwendig. Die Einführung des Generationenkapitals ist ein erster bedeutender Schritt in diese Richtung. Zum ersten Mal in der Geschichte des gesetzlichen Rentensystems profitieren nun alle Versicherten auch von den Renditen am Kapitalmarkt. Die gesetzliche Rente erhält ein zweites Standbein.
Das Rentenpaket II kann aber nur ein Zwischenschritt sein. Damit die Rente finanzierbar und sicher bleibt, müssen weitere Anstrengungen folgen, wie der FDP-Bundesvorsitzende und Bundesminister der Finanzen Christian Lindner bei der Vorstellung des neuen Rentenpaketes bereits deutlich gemacht hat. Dies umfasst die Förderung der Fachkräfteeinwanderung, Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration und Anreize, mehr und länger zu arbeiten. Wir müssen mehr Menschen in Arbeit bringen und halten als bisher. Auch darüber hinaus wollen wir Freie Demokraten das deutsche Rentensystem weiter reformieren, etwa durch die verstärkte Nutzung einer gesetzlichen Aktienvorsorge, die Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge, die Stärkung der privaten Altersvorsorgeund mehr Flexibilität beim Renteneintritt. So schaffen wir auch in Zukunft eine sichere und gerechte Rente für alle Generationen.
Die Grünen: Email an die Redaktion vom 03.04.24
Die Menschen in diesem Land müssen sich auf stabile Renten verlassen können - das gilt heute und morgen, für aktuelle wie zukünftige Generationen.
Deswegen plant die Bundesregierung, das Rentenniveau bei 48% des Durchschnittseinkommens festzuschreiben, auch für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Das ist auch eine Frage des Respekts. Die durchschnittliche Rente beträgt in Deutschland schon heute nur etwa 1550 Euro, vor allem für Frauen ist sie oftmals deutlich niedriger. Eine Kürzung beim Rentenniveau wäre für viele Rentnerinnen und Rentner schlicht nicht zumutbar. Um den Beitragsanstieg abzufedern, plant die Bundesregierung außerdem ein Generationenkapital.
Steigende Beiträge dürfen kein Allheilmittel der Rentenpolitik sein. Wir wollen die Rente angesichts des demographischen Wandels langfristig generationengerecht und stabil gestalten. Gerechter würde das Rentensystem insgesamt, wenn mehr Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen würden, wie z.B. Politiker und Selbstständige. Wir setzen uns außerdem dafür ein, mehr Frauen die Erwerbstätigkeit in Vollzeit zu ermöglichen. Das würde sowohl deren Rente erhöhen, als auch die Zahl der Einzahlenden vergrößern.





