JPMorgan
Quellenliste
Junius Spencer Morgan ist ab 1854 als Partner der George Peabody & Company in London. Okay, kennt kein Schwein, ist auch nicht schlimm. Grob gesagt, er bereichert sich als Investor der amerikanisch-britischen Beziehungen, UK ist damals noch die Wirtschaftsmacht Nummer 1 und die USA nur eine kleine aufstrebende Nation.
Okay ich nehm euch hops, die Antwort war nicht dabei. Die richtige Antwort wäre die Uni Göttingen gewesen!
Wir sind nun im Jahr 1857:
Mit 20 Jahren startet JP seine Karriere im Finanzwesen. Wo heute ein paar Praktika oder Werkstudentenjobs Standard wären, beginnt unser Protagonist aber direkt im Olymp: An der Wall Street.
Nur ist es als Mitte 20-jähriger Finance Bro dann doch nicht so einfach, wie man es sich vorher ausdenkt.
Jetzt nach dem Krieg ist die Infrastruktur der USA komplett im Eimer. Wie ihr aus unserem Big4-Video schon wisst, sind zu der Zeit Eisenbahnprojekte das große Ding und die Chance, viel Geld zu machen. Die Regierung und die großen Finanziers sind auch eher knapp bei Kasse, Krieg kostet ja Geld und nicht jeder hat damit profitiert.
Heißt aber konkret, JPs Konkurrenten sind alle broke und er ist einer der wenigen, der Geld zum Ausgeben hat.
Beliebt macht ihn das natürlich wieder nicht, bei den Eisenbahnern ist JP der kalte Kapitalist, für andere ein machthungriger und skrupelloser CEO, der Kartelle bildet und damit ein System baut, das einzig und allein auf noch mehr Macht für ihn zugeschnitten ist. Aber gut, der Weg an die Spitze ist steinig
Das neue Traumduo baut das erste Elektrowerk und innerhalb kurzer Zeit ist halb Manhattan elektrifiziert und, viel wichtiger, kein Kunde mehr von Rockefeller!
Jetzt geht es darum, ganz Amerika zu verkabeln. Nur wie immer, gibt es ein Problem. Die Debatte zwischen Edisons Gleichstrom und Teslas Wechselstrom ist noch nicht beendet. Tesla hat sich nämlich auch einen Investor geangelt, welcher nun unter der Westinghouse Electric Corp seine Arbeit promotet. Das Land ist also wieder gespalten und Tesla wird durch seine Werke und Erfindungen bei der einfachen Bevölkerung auch immer populärer.
JP weiß, es kann nur einen geben, also muss er handeln.
Der Staat will ein großes Elektrowerk Nähe der Niagarafälle bauen, es ist so groß, dass es den gesamtes Nordostend es Landes mit Strom versorgen kann. Aber das ist nicht alles, 1893 ist genau hier die Weltausstellung in Chicago, das heißt, man will sich vor der ganzen Welt präsentieren.
Egal welche der Seiten den Auftrag bekommt, es würde ihre Sache und ihren Einfluss erheblich auf die nächsten Jahre ausbauen.
Und hier machen sich seine dickeren Taschen bewährt. Westinghouse hat schulden und kann sich den langen und teuren Rechtsstreit nicht leisten. Sie sind gezwungen, Teslas Patente abzutreten.
JP hat also nun doch einen Weg gefunden, mitzuverdienen und da er jetzt ein großer Player in der Elektroindustrie ist, macht er das, was er am besten kann. Morganisieren!
1895 sind die Goldreserven des Landes gekippt und der Goldstandard, also der Tauschwert von Dollar in Gold, auf dem die gesamte Wirtschaft damals basierte, ist in Gefahr. Mit einer Rekord-Anleihe von 65 Millionen Dollar greift JP ein und stoppt die Wertlosigkeit von Gold und hilft dadurch der Regierung.
Dann folgte allerdings der Coup: 1901 schafft Jupiter, inzwischen JPs Spitzname, die größte Fusion überhaupt.
JP kauft Carnegie Steel und ein paar kleinere Stahlwerke, die er zu US Steel kombiniert.
Aber JP hat natürlich einen Plan, einen eher unkonventionellen.
In der Nacht von Sonntag auf Montag schließt JP sich selbst und alle Anwesenden ein und versteckt den Schlüssel. Seine Taktik nach dem Banker Ehrenkodex: Niemand geht, bevor das Problem gelöst ist!
Hier mal ein Dialog aus dem Ausschuss:
JP hat nämlich seit Kindestagen schwere körperliche und seelische Probleme.
Mit 20 bekommt er zudem das erste Mal ernste Depressionen, die er sein ganzes Leben nicht mehr ablegen wird.
Denn, auch die Boote sind natürlich keine billigen Verbrauchsgüter für ihn, sondern Investments. So hat er unter anderem die millionenschwere Reederei namens White Star Line in seinem Besitz, die im Jahre 1912 ihr Prestigeobjekt fertigbaut. JP Morgan war der offizielle Besitzer eines kleinen Bootes namens Titanic, das später mal aus unschönen Gründen bekannt wird.
Als Besitzer ist er natürlich zur auch zur Jungfernfahrt offiziell eingeladen. „Leider“ wird er mal wieder kurzfristig krank, weshalb er seinen Platz kurz vor der Fahrt abgeben muss.





